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Experteninterview Mit Buchcoach Markus Coenen

Vor ein paar Wochen hat Markus Coenen unseren Gastbeitrag über die Nutzung von Buchtrailern für Sachbücher auf seinem Blog twenty seconds veröffentlicht. Wir haben das zum Anlass genommen, ihm ein paar interessante Fragen zu seinem Beruf als Buchcoach zu stellen und mehr über seine alltäglichen Aufgaben zu erfahren. Markus Coenen arbeitet als Buchcoach, Buchmentor und Spezialist für Bucherfolge & Buchvermarktung.

Was macht ein Buchcoach eigentlich genau?

Als Buchcoach gehen wir jeden Schritt deines Buches gemeinsam. Stell es dir einfach so vor: Du hast die Expertise und die Idee zu einem Buch, weißt aber vielleicht noch nicht genau, wie du das ganze umsetzen sollst.

  • Wo fängst du an?
  • Wer könnte deine Zielgruppe sein?
  • Wie strukturierst du das Buch und welche Themen sollen überhaupt rein?
  • Wie sieht ein gutes Cover aus und vor allem: Wie macht man richtiges Marketing, damit das Buch später überhaupt gesehen und gekauft wird?

Bei all diesen Punkten nimmt dich ein Buchcoach an die Hand. Wir entwickeln das Buch aufgrund einer gemeinsamen Zielvereinbarung rückwärts und beziehen dabei dein persönliches Ziel und deine persönliche Zielgruppe mit ein.

Dabei gebe ich dir nichts vor oder drücke dir meine Meinung auf, sondern ganz im Gegenteil: Durch gezielte Fragen, Workshops und eine intensive Zusammenarbeit bringen wir Struktur in das vielleicht noch vorherrschende kreative Chaos. Übrigens kann es manchmal sogar passieren, dass wir in diesem Prozess eine ganz andere Buchidee umsetzen als die, die der Kunde ursprünglich grob im Kopf hatte. Das passiert durch gezielte Fragetechniken, anhand derer wir den eigentlichen Kern des Buches und die Message des Kunden herausfinden.

Wo ist der Unterschied zu einem Ghostwriter?

Ein Ghostwriter hat eine konkrete Aufgabe: Eine fesselnden und informativen Text zu schreiben. Ein guter Ghostwriter führt hierzu Interviews mit dem Auftraggeber, findet sich in seine Expertise und seinen Charakter ein und führt zusätzliche Recherchen durch. Aber dort hört die Arbeit eines Ghostwriters dann auch auf.

Um ein Buch wirklich rund zu machen und erfolgreich zu vermarkten, benötigt es weitere sehr gezielte Maßnahmen, denn der reine Text stellt ja noch lange kein Buch dar.

  • Wo finde ich einen geeigneten Coverdesigner?
  • Was sind die besten Marketingkanäle?
  • Brauche ich einen Verlag oder bringe ich das Buch im Selbstverlag heraus?

Ein Buchcoach umfasst alle diese Themen und fokussiert sich nicht nur rein auf den Text, sondern setzt noch viel früher an, z.B. bei der Zielgruppendefinition, dem Sprachstil, dem eigentlichen Problem der Zielgruppe etc.

Das Schöne ist: Auf Basis des Prozesses, den wir gemeinsam gehen, ist ein Ghostwriter gar nicht unbedingt notwendig. Anhand der einzelnen Schritte sind die Vorbereitungen so konkret und eindeutig, dass auch ein Text-Team das Buch schreiben kann, wenn das Buch nicht selbst geschrieben werden möchte.

Was macht dir am meisten Spaß an deinem Job als Buchcoach?

Definitiv die Zusammenarbeit mit spannenden Menschen, die alle etwas Außergewöhnliches zu sagen haben. Und es macht mir Spaß, aus einer vagen Idee und ein paar Gedanken in enger Zusammenarbeit ein Buch entstehen zu lassen, das anderen Menschen einen Mehrwert bietet, ihnen weiterhilft, sie inspiriert oder sogar emotional bewegt.

Was ist der wichtigste Ratschlag, den du einem Autor für die Vermarktung mitgeben würdest?

Kurz und knapp: Kümmere dich um die Vermarktung selber!

Denke, arbeite und konzeptionieren dein Buchprojekt so, als hättest du keinen Verlag. Und das soll jetzt gar nicht gegen die Verlagshäuser gehen, aber der Verlag arbeitet mehr oder weniger ausschließlich darauf hinaus, die Bücher in den Handel hineinzuverkaufen.  Dies ist bei der Fülle an jährlich über 70.000 neu erscheinenden Titeln schwierig.

Mein Rat ist daher: Plane daher von Anfang an die Vermarktung deines Buches selber. Wir stellen immer wieder fest, dass sich Autoren so viel Mühe mit dem Text geben und einen Mehrwert schaffen wollen – und dann stellen sie fest: Der Verlag macht ja gar nichts und vermarktet mein Buch nicht, wie erhofft.

Das geht leider vielen Erstautoren so und es ist vom Verlag auch gar nicht böse gemeint, aber bei bekannteren Autoren fällt es natürlich auch einem Verlag leichter, dessen Bücher im Handel zu platzieren. Bei Sach- und Fachbüchern ist die Interessenlage zwischen Autor & Verlag ganz einfach unterschiedlich: Der Autor möchte sich als Experte positionieren und Leads oder Aufträge generieren, während der Verlag den Fokus auf Buchverkäufe legt.

Ich bin spezialisiert auf Sach- und Fachbücher und die haben immer ein einziges Ziel. Dieses Ziel muss vorher gemeinsam eindeutig festgelegt sein, um das Buch entwickeln zu können.

Welche Rolle spielen Buchtrailer und Cover im Konzept deiner Kunden?

Das Cover ist das Erste, das der Kunde sieht. Daher kommt dem Cover zu Beginn eine der wichtigsten Aufgaben zu. Der Kunde kennt den Text noch nicht, er weiß nicht, ob ihn die Inhalte überzeugen oder ihm das Buch weiterhilft – das findet er alles erst später heraus.

Aber das Cover entscheidet in den ersten Sekunden darüber, ob der Kunde einen Blick in das Buch wirft oder daran vorbeiläuft oder scrollt. Es ist sozusagen der erste Eyecatcher – und danach muss der Inhalt überzeugen.
Ähnlich ist es mit dem Buchtrailer: Der Buchinhalt kann noch so überzeugend sein – aber wenn ihn niemand zu Gesicht bekommt oder von seiner Existenz weiß, hilft es ja auch niemandem. Daher ist der Buchtrailer ein wichtiger Bestandteil des Marketings, um das Buch erfolgreich zu positionieren und bekannt zu machen.

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